• Handwerker und Architekten ein Team

Handwerker und Architekten ein Team!

Damit wandelte sich die Welt der Handwerke erneut. Die Warenproduktion wurde in unzählige Arbeitsschritte aufgegliedert, die sogar ungelernte Arbeiter an ersten Dampfmaschinen oder Fließbändern verrichten konnten. Doch in der Bauwirtschaft lässt sich des Handwerkers Leistung nicht durch automatisierte Prozesse ersetzen. Sicherlich gibt es viele verschiedene Baumaschinen und leicht zu verarbeitende Baustoffe. Doch ohne die Kraft fleißiger Hände bleibt alles am Boden liegen.

Handwerkern heißt nicht allein, mit den Händen zu arbeiten, sondern auch zu gestalten und zu erschaffen. Aus Sand, Zement, Steinen, Metall, Glas und Kunststoffen entstehen komplexe Bauwerke, in denen wir leben, arbeiten oder die wir anderweitig nutzen. Des Handwerks Bedeutung liegt darin, dass der Arbeiter sich in seiner Ausbildung spezielle Fähigkeiten aneignet, mit denen er Arbeiten verrichtet, die einfache Arbeiter nicht bewältigen können. Handwerksberufe haben sich im Laufe der Zeit gewandelt und erlebten ihre Blütephasen. Eines ist trotz der rasanten technischen Entwicklung sicher: in unserer modernen Welt kann das Handwerken nicht aussterben, da es immer anspruchsvolle Arbeit geben wird, die von Hand und nicht allein durch Maschinen vollbracht wird.

In unserer komplexen Arbeitswelt versteht der Bürger unter dem Handwerker jemanden, der auf Baustellen oder in Gebäuden arbeitet und dort einzelne Arbeitsprozesse wie Betonieren oder Tapezieren verrichtet. Andere aufwendige Tätigkeiten innerhalb der Produktion, die ohne Handarbeit nicht auskommen, werden heute einfach anders bezeichnet.

Handwerker und Architekten ein Team!
Die Arbeit auf Baustellen oder in Gebäuden zergliedert sich seit tausenden Jahren in verschiedene Bereiche. Schon in der Antike gab es Baumeister, die mit der Bauplanung und Bauaufsicht betraut waren. Zumindest die Baupläne erstellt heute der Architekt. Selbst innerhalb der Architektur gibt es verschiedene Fachrichtungen für spezialisierte Architekten. Der einzelne Handwerker ist auf Baustellen nur noch für kleine Teilbereiche zuständig und nimmt Anweisungen entgegen. Die Bauleitung liest die Baupläne der Architekten und erklärt den Handwerkern, wann sie welche Arbeiten verrichten sollen.

Doch selbst der Architekt kann nur Gebäude planen, die sich technisch umsetzen lassen. Aufgrund moderner Baustoffe und Bautechniken lässt sich auf solidem Grund fast jedes Bauwerk errichten. Ob kleine Einfamilienhäuser, große Bürotürme oder luxuriöse Villen, es werden fast alle Wünsche vom Bauherren oder Investor verwirklicht. Bereits bei der Bauplanung wirken für komplexe Bauvorhaben viele Experten zusammen, um in allen Bereichen kompetent zu planen. Genauso braucht es auf der Baustelle viele Handwerke, die alle in ihren Teilbereichen die nötigen Arbeitsschritte ausführen. Damit das Bauvorhaben nicht im Chaos untergeht, kommt es auf die erfahrene Bauplanung an. Jeder wird verstehen, dass zuerst die Fundamente gegossen, anschließend die Mauern hochgezogen und erst dann das Dach darauf gebaut wird. Doch die richtige Reihenfolge aller kleinen Arbeitsschritte zu planen ist noch komplizierter. Die verschiedenen Handwerksbetriebe müssen nicht nur zum passenden Zeitpunkt verfügbar sein, es muss auch das gesamte benötigte Baumaterial mit sämtlichen notwendigen Baumaschinen vor Ort bereitstehen. Die Bauleitung hat zudem dafür zu sorgen, dass aus den Leitungen genug Strom und Wasser kommt, um mit allen Bauarbeitern zusammen schnell arbeiten zu können.

Immer wieder klappt etwas nicht auf Anhieb, geht kaputt oder Arbeitsschritte liegen hinter dem Zeitplan. Die erfahrene Bauleitung muss mit kühlem Kopf den Überblick behalten und direkt eine alternative Vorgehensweise ausarbeiten, damit des Handwerkers Zeit nicht für rumstehen und abwarten verschwendet wird.

Wenn der Architekt die Baupläne anhand der Wünsche vom Bauherren entwirft, die von vielen verschiedenen Handwerkern nach Anweisung der Bauleitung umgesetzt werden, dann ist das eine anspruchsvolle Teamarbeit. Während die Menschen in der Steinzeit in kleinen Familiengemeinschaften noch fast alles selber konnten, ist in unserer heutigen Welt ein Zusammenspiel von hunderten Fachrichtungen notwendig, um ein Haus zu bauen. Die Baustoffe müssen immerhin erst entwickelt und produziert werden. Das Gleiche gilt für Werkzeuge und Baumaschinen. Noch bevor der erste Stein verlegt wird, haben bereits hunderte Menschen allein an der Produktion der Baustoffe und Werkzeuge gearbeitet.

Das Handwerk hat sich seit Jahrtausenden an die technische Entwicklung und die Lebensweise der Menschen angepasst. Das wird auch in Zukunft so bleiben, selbst wenn weiterhin Arbeitsprozesse automatisiert oder in kleine Arbeitsschritte für ungelernte Arbeiter zergliedert werden. Das Berufsfeld des Handwerks bleibt damit auch künftig ein sicheres Einkommen für viele Menschen, die gerne mit ihren Händen arbeiten. Es ist deswegen eine gute Sache, sich für handwerkliche Berufsfelder zu interessieren und selber einmal mit den eigenen Händen auf einer Baustelle zu arbeiten.